Gemeindepolitik

Wie entstehen die Gemeinderatsberichte?

Ein Beitrag von Elfriede Stegmüller

Als wir zur Wahl angetreten sind, war eines unserer Versprechen, mehr Transparenz in die Gemeindepolitik zu bringen. Seit nun beinahe drei Jahren berichten wir deshalb über fast jede Gemeinderatssitzung. Die wenigsten wissen, wie diese Berichte zu Stande kommen:

Zu Beginn unserer Gemeinderatstätigkeit wurden die Berichte im Team, bestehend aus einem oder zwei Zuhörer und einem Gemeinderatsmitglied, geschrieben.

Am Tisch des Gemeinderats hat man jedoch eine andere Blickweise als der „unbeteiligte“ Zuhörer. Außerdem fließen unbewusst Vorkenntnisse mit in die Art und Weise der Berichterstattung, die der Zuhörer nicht hat. Diese Art der Teamarbeit hat sich deshalb nicht so richtig bewährt.

Unser Ziel war und ist es, die Gemeinderatsberichte so objektiv wie möglich zu schreiben. Sie als Leser sollen die Möglichkeit haben, sich über alle Beratungen und Beschlüsse aus dem öffentlichen Teil der Sitzungen zu informieren. Dies ist die Ergänzung zu der stark verkürzten, auf herausgegriffene Teile der Sitzungen beschränkten Berichterstattung in der Zeitung.

Birgit Lang, auch zu Beginn bereits mit der Berichterstattung befasst, hat es übernommen, die Berichte alleine zu schreiben. Wenn sie mal keine Zeit hat, springen andere fleißige Helfer ein. Für Frau Lang bedeutet dies natürlich, viel Zeit zu investieren. Zuerst ist die Sitzung selbst, denn nur wer anwesend ist kann berichten. Berichte aus zweiter Hand gibt es bei uns nicht! So eine öffentliche Sitzung kann schon von halb acht bis manchmal halb elf gehen. Dabei muss so viel wie möglich mitgeschrieben werden.

Danach kommt die Aufarbeitung und Formulierung des Berichtes. Wer schon selbst Protokolle gefertig hat, weiß wie lange dies manchmal dauern kann. Dabei sind gerade die heiß diskutierten Tagesordnungspunkte sehr schwierig zu formulieren. Wenn´s ins Persönliche geht, und verbale Minenfelder gelegt werden, möchte man diese nicht auch noch zünden, sondern lediglich darüber berichten. Oftmals werden Zahlen und Fakten so schnell herunter gelesen, dass es unmöglich ist, diese in der Sitzung richtig mit zu schreiben. Das Protokoll wird deshalb an mich gemailt um die Lücken zu füllen und Korrektur zu lesen. Anschließend geht er an Michael Daum. Er stellt das Protokoll ins Netz.

Die Anzahl der Zugriffe auf die Seite mit den Berichten ist für uns die Bestätigung, dass die Transparenz gewollt ist und auch angenommen wird. Unsere fleißige Berichterstatterin hat sich nun beruflich selbständig gemacht und wird leider nicht mehr so viele Stunden erübrigen können. Wir hoffen, dass wir auch in Zukunft diesen Service, vielleicht mit gestrafften Berichten, bieten können

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